Systemische Beratung und Aufstellungsarbeit
Systemische Aufstellung bezeichnet ein Verfahren, in dem aus einer vorhandenen Gruppe Personen oder alternativ Figuren stellvertretend für Mitglieder oder Entitäten (Teile, Aspekte) eines (üblicherweise sozialen) Systems gewählt und in einem realen Raum repräsentativ zueinander in Beziehung (auf)gestellt werden. Aufgrund der eingenommenen Position können bei den Stellvertretern Gefühle, Impulse oder Wahrnehmungen entstehen, die der Realität entsprechen. Obwohl sie vorher außer der Position des Familienmitglieds keine Information der Familie erhielten. Dies wird auch das „Wissende Feld“ genannt.
Da unser Leben und Weltbild zu einem großen Teil von unserer Ursprungsfamilie geprägt wird, können auch Glaubenssätze oder unausgesprochene Regeln unser Fühlen und Handeln beeinflussen, ohne dass uns dies bewusst ist.
In einem Gruppensetting geleitet durch einen Aufstellungsleiter, werden die Mitglieder unserer (Ursprungs-) Familie von anderen Personen stellvertretend dargestellt. Durch das konkrete Bild, das so im Raum entsteht, können Muster innerhalb des Systems wahrgenommen und positiv verändert werden. Im Gegensatz zu einer Therapie ist keine längerfristige, regelmäßige Arbeitsbeziehung zu einem Therapeuten notwendig, sondern es reicht meist eine Aufstellung aus. Diese wirkt in der Regel unmittelbar.
In welcher Lebenslage ist eine Familienaufstellung sinnvoll?
Eine Familienaufstellung ersetzt keine Therapie und ist nicht mit dieser gleichzusetzen. Sie eignet sich jedoch dann ideal, wenn die Ursache der persönlichen Probleme in der (Ursprungs-) Familie vermutet wird. Auch wenn die Probleme, Trennungen oder das Scheitern im Leben immer nach demselben Muster ablaufen, ist dies ein Indiz dafür, dass eine Aufstellung helfen kann.
Und wenn es um Erkrankungen geht, die von medizinischer Seite abgeklärt sind und zu keinem Heilungsprozess führten, kann eine Familienaufstellung Unterstützung bieten.